Max-Delbrück-Centrum
Millionenförderung für "springende Gene"
Dr. Zsuzsanna Izsvák, Forschungsgruppenleiterin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch erhält für ihre Forschung über „springende Gene“ (Transposons) vom Europäischen Forschungsrat (ERC) 1,94 Millionen Euro.
Mit
Hilfe der ERC-Fördergelder will sie in den kommenden fünf Jahren unter
anderem untersuchen, welchen Einfluss stillgelegte Transposons im
menschlichen Erbgut auf die Entstehung von Krankheiten wie zum Bespiel
Krebs haben. Mit Dr. Izsvák haben insgesamt neun Forscherinnen und
Forscher des MDC Millionenförderungen vom ERC erhalten.
Das
menschliche Erbgut besteht etwa zur Hälfte aus Transposons. Das sind
mobile DNA-Abschnitte, die sich vor Jahrmillionen in das Erbgut von
Organismen eingeschlichen haben. Aktive Transposons können an
unterschiedliche Stellen der DNA springen und sich in das Genom ihres
Wirtes einbauen und auf diese Art weiterverbreiten. Aufgrund dieser
Eigenschaft werden Transposons auch „springende Gene“ genannt.
Durch Mutationen haben die meisten dieser „springenden Gene“ im
menschlichen Genom aber im Laufe der Zeit ihre Mobilität verloren, nur
wenige sind noch aktiv. Die stillgelegten Überbleibsel galten lange als
funktionslos. Doch jüngste Studien zeigen, dass Transposons kein
DNA-Abfall sind, sondern die Regulation von Genen beeinflussen können.
„Das menschliche Genom ist weitaus komplexer als bislang angenommen.
Transposons könnten bei vielen Vorgängen im Körper und auch bei
Krankheiten der springende Punkt sein“, sagt Dr. Izsvák. „Daher ist es
notwendig, die Transposons und ihren Einfluss jetzt genauer unter die
Lupe zu nehmen.“
Mit der ERC-Förderung will Dr. Izsvák die Aktivität von Transposons
unter Stressbedingungen erforschen, die durch Umwelteinflüsse ausgelöst
werden, etwa durch Giftstoffe oder Schwermetalle, und den Zusammenhang
zwischen Transposons und Krebs verstehen. Weiter will Dr. Izsvák mit
ihrem Team den Einsatz künstlich hergestellter Transposons für die
Gentherapie vorantreiben.
Dr. Izsvák arbeitet seit über zwanzig Jahren in der
Transposon-Forschung. 1999 kam die ungarische Forscherin, die viele
Jahre an der Universität von Minnesota in Minneapolis/USA und am
Niederländischen Krebsforschungszentrum in Amsterdam gearbeitet hat, an
das MDC nach Berlin-Buch und leitet dort seit 2004 die Forschungsgruppe
„Mobile DNA“. Im selben Jahr erhielt sie für ihre Forschungen mit
mobilen genetischen Elementen den mit rund einer Million Euro dotierten
European Young Investigator Award (EURYI) in Stockholm.
Mit Dr. Izsvák haben insgesamt neun Forscherinnen und Forscher in
Berlin-Buch die hochdotierte Förderung beim ERC eingeworben: Prof. Gary
Lewin, Prof. Thomas Jentsch (Leibniz-Institut für Molekulare
Pharmakologie, FMP/MDC), Prof. Michael Gotthardt und Dr. Jan-Erik
Siemens (alle 2011), Dr. James Poulet, Dr. Matthew N. Poy und Prof.
Klaus Rajewsky (alle 2010) sowie Dr. Francesca Spagnoli (2009).
(Redaktion)
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Tags:- Zsusanna Ivsyak
- Forschung
- Tronsposons
Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © David Ausserhofer/Copyright: MDC

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