TU München
DAX-Vorstandsgehälter deutlich gestiegen
Aus der gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Controlling an der TU München durchgeführten Erhebung geht hervor, dass die Vorstandsgehälter der 30 DAX-Unternehmen im Jahr 2011 durchschnittlich um knapp acht Prozent gestiegen sind. Im internationalen Vergleich liegen die Gehälter der deutschen Vorstände mittlerweile auf einem hohen Niveau.
Der Dax 30 verzeichnete erneut einen starken Anstieg der
Vorstandsgehälter. Mit 7,9 Prozent ist das Wachstum gegenüber 2010 (22
Prozent) zwar deutlich niedriger, insgesamt weist der Trend jedoch
ungebrochen nach oben. Mit einem Gehalt von 3,14 Millionen Euro
verdienen DAX-Vorstände im Schnitt 54 Mal mehr als die Angestellten
ihrer Unternehmen. Spitzenreiter des Geschäftsjahres 2011 ist Volkswagen
mit 8,4 Millionen Euro pro Vorstand, als zweitplatziertes Unternehmen
zahlt die Deutsche Bank ein Durchschnittsgehalt von knapp 5,9 Millionen
Euro. Der fixe Anteil der Vergütungen liegt bei lediglich 28 Prozent.
Den größten Teil ihrer Vergütung erhielten die Vorstände als variable
Bonuszahlungen. „Die Vergütung ist inzwischen in den meisten Unternehmen
deutlich stärker am langfristigen Unternehmenserfolg orientiert als das
noch vor drei Jahren der Fall war“, erklärt Prof. Dr. Gunther Friedl,
Studienleiter an der TUM.
Die Vergütungsstudie wurde in diesem Jahr bereits zum elften Mal
durchgeführt. Von 2001 bis 2011 stiegen die Vorstandsgehälter um 151
Prozent. In diesem Zeitraum verzeichnet die DSW auch einen starken
Zuwachs bei den Gewinnausschüttungen: Von 10,4 Milliarden Euro stiegen
die Dividendenzahlungen der 30 DAX-Unternehmen auf insgesamt 28
Milliarden Euro an. Auch verglichen mit dem Vorjahr legten die
Gewinnausschüttungen zu – trotzdem ist Ulrich Hocker, Präsident der DSW,
nicht zufrieden: „Im vergangenen Jahr mussten sich die Anteilseigner
mit einer Dividendensteigerung von 5,1 Prozent zufrieden geben – während
die Vergütungen der Vorstände um knapp 8 Prozent gewachsen sind.“
Zum ersten Mal legten alle DAX Unternehmen die Einzelzahlungen an ihre
Vorstandsmitglieder offen und erfüllten damit ein wichtiges Kriterium
hin zu mehr Transparenz. Nach Aussage von Prof. Gunther Friedl
beschreiben einzelne Unternehmen ihre Bonussysteme ausführlich und so
verständlich, dass sie von Aktionären und Öffentlichkeit gut
nachvollzogen werden könnten, andere müssten hier allerdings noch
nachlegen. Verbesserungsbedarf sehen DSW und TUM zudem bei der
Darstellung mehrjähriger Boni, bei den Zahlungen nach Ausscheiden von
Vorstandsmitgliedern sowie bei den Angaben zu Pensionszahlungen. In
diesem Zusammenhang fordert die DSW eine einheitliche Darstellung der
Vorstandsvergütung und der Pensionen über alle DAX-Unternehmen hinweg.
Kontakt:
Prof. Dr. Gunther Friedl
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre – Controlling
Technische Universität München
Tel: +49.89.289-25800
E-Mail: gunther.friedl@tum.de
http://www.controlling.wi.tum.de
(Redaktion)
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Tags:- TU München
- Studie
- Vorstandsgehälter
- DAX-Unternehmen

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