Universität des Saarlandes
Computerlinguistin hat "Watson" beim Quizlösen geholfen
Die Saarbrücker Nachwuchswissenschaftlerin Annemarie Friedrich hat im vergangenen Jahr im Rahmen ihrer Masterarbeit bei IBM in New York am Projekt „Watson“ mitgearbeitet. Der Supercomputer Watson hat im letzten Jahr für Schlagzeilen gesorgt, da es ihm gelungen ist, in der amerikanischen Quizshow Jeopardy! die beiden besten menschlichen Konkurrenten zu schlagen.
Friedrich
forscht im Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ der
Universität des Saarlandes und promoviert derzeit bei
Computerlinguistik-Professor Manfred Pinkal. Jetzt erhält Friedrich vom
IT-Unternehmen IBM den „IBM Ph.D. Fellowship Award“.
„Das
Besondere an Watson ist, dass er im Gegensatz zu normalen Suchmaschinen
in der Lage ist, sinnvolle Zusammenhänge herzustellen“, erklärt
Annemarie Friedrich, die während ihrer Masterarbeit geholfen hat, dem
Rechner die menschliche Sprache „beizubringen“. Mithilfe bestimmter
Rechenverfahren durchsucht Watson große Textmengen und erstellt logische
Verknüpfungen. Auf diese Weise erkennt der Supercomputer gewissermaßen
die Bedeutung des Inhalts unterschiedlicher Texte, sodass er die
Quizfragen in der Wissenssendung eigenständig korrekt beantworten
konnte.
Annemarie Friedrich forscht auf dem Gebiet der Semantik. Sie befasst
sich insbesondere damit, wie Rechner lernen können, Bedeutung und
Zusammenhänge von Wörtern in komplexen Sätzen und Texten zu verstehen.
„Wenn etwa von einem Zweig die Rede ist, ist es für ein
Textanalyse-System wichtig zu wissen, ob es sich um einen
Unternehmenszweig oder den Zweig eines Kirschbaumes handelt“, erläutert
die 25-Jährige.
Die Saarbrücker Computerlinguistin wird nun für zwei Semester von IBM
bei ihrer Forschungsarbeit mit einem Stipendium unterstützt. Mit dem IBM
Ph.D. Fellowship Award fördert das Unternehmen jedes Jahr weltweit
herausragende Nachwuchswissenschaftler bei ihren Forschungsprojekten.
Dabei bietet das Unternehmen nicht nur finanzielle Unterstützung,
sondern stellt den jungen Forschern auch fachkundige Mentoren zur Seite.
Annemarie Friedrich hat unter anderem während ihrer Bachelorarbeit bei
IBM in Böblingen geforscht und ihr Masterstudium in Computerlinguistik
an der Saar-Uni und an der Universität Edinburgh absolviert.
Hintergrund:
Die Computerlinguistik der Universität des Saarlandes ist international
hoch angesehen. Die Forscher der Saar-Uni arbeiten eng mit dem Deutschen
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und den beiden
Max-Planck-Instituten für Informatik und Software-Systeme zusammen, die
alle auf dem Saarbrücker Campus ansässig sind. Studenten werden von
zahlreichen Wissenschaftlern intensiv betreut und können bereits früh an
internationalen Forschungsprojekten mitarbeiten.
Seit 2007 wird der Saarbrücker Exzellenzcluster „Multimodal Computing
and Interaction“ im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern
gefördert. Hier wird unter anderem untersucht, wie man multimodale
Informationen aus Audiodateien, Bildern, Texten und Videos noch
effizienter organisieren, verstehen und durchsuchen kann.
Weitere Informationen zur Computerlinguistik und zum Exzellenzcluster
„Multimodal Computing and Interaction“ finden Sie im Internet unter:
http://www.coli.uni-saarland.de
http://www.mmci.uni-saarland.de
(Redaktion)
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Tags:- Saarbrücken
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