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 18.08.2017  

Bundestagswahl
Fachverbände befragen Parteien zur Wissenschaftspolitik

Fünf große mathematisch-naturwissenschaftliche Fachgesellschaften haben – der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) – den Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl einen Fragenkatalog („Wahlprüfsteine“) vorgelegt, mit dem sie die Parteien nach ihren Plänen zu ausgewählten Themen aus Forschung, Bildung, Klimaschutz und Energiewende befragen.

Die gemeinsame Aktion der großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften soll anhand ausgewählter Aspekte Aufschluss darüber geben, welche wissenschaftspolitischen Vorstellungen die jeweiligen Parteien haben.
Auf eine Kommentierung verzichten die Initiatoren der Befragung bewusst. Die „Wahlprüfsteine“ sollen explizit keine Wahlempfehlung sein, sondern den etwa 130.000 Mitgliedern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften und allen anderen Interessierten ermöglichen, die wissenschaftspolitischen Vorstellungen der einzelnen Parteien in ihre Wahlentscheidung mit einfließen zu lassen.

Die Fragen der Fachgesellschaften und die Antworten der Parteien auf einen Blick:

1. Wissenschaftlicher Einfluss auf politische Entscheidungen:

Wie wollen Sie sicherstellen, dass wissenschaftliche Fakten in ausreichendem Maß bei politischen Entscheidungsfindungen Berücksichtigung finden?

2. Deutschland genießt weltweit einen Ruf als vorzüglicher Standort für Wissenschaft und Technik:

a. Was sieht Ihr Partei-Programm vor, um dieses hohe Niveau zu halten oder zu stärken?

b. Welche Rolle spielen dabei die europäischen Forschungsförderprogramme? Sollte man sich da stärker engagieren oder die Ressourcen eher in Deutschland investieren?

c. Soll die Wissenschaftslandschaft stärker strukturiert werden, etwa durch Aufwertung von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Ex-Fachhochschulen) und welchen Stellenwert hat dabei der ländliche Raum?

d. Wie kann man (Natur)Wissenschaftler einerseits und Politik und Gesellschaft andererseits fit machen für den gemeinsamen Dialog über ethische Implikationen von Wissenschaft?

e. Wie wollen Sie die deutsche Industrie anderen gegenüber wettbewerbsfähig machen und ein Klima für mehr Unternehmensgründungen schaffen?

3. Freier Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern:

Welchen Stellenwert messen Sie dem freien Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei – in Europa und darüber hinaus?

4. Welche Bedeutung messen Sie der naturwissenschaftlich-mathematischen Bildung bei:

a. Angefangen von der Vor- und Grundschule bis zum Studium?

b. Halten Sie die derzeitige Gewichtung der Förderung von Exzellenz und Breite für angemessen?

c. Braucht es eine eigene Initiative zur Förderung exzellenter Lehre?

5. Seit dem Ende des sog. „Kooperationsverbots“ in Deutschland hat der Bund im Bereich der Bildung neue Möglichkeiten, mit den vorrangig zuständigen Bundesländern zusammenzuarbeiten:

Wie beabsichtigt Ihre Partei, diese neuen Spielräume zu nutzen?

6. Die Verwirklichung von Chancengleichheit von Frauen und Männern ist eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft:

a. Wie wollen Sie Chancengleichheit angehen?

b. Bedarf es aus Ihrer Sicht stärkerer Anstrengungen, Frauen für Wissenschaft und Forschung in den MINT-Fächern zu motivieren?

7. Eine nachhaltige Entwicklung ist unumgänglich, um die schwindenden natürlichen Ressourcen, unsere Lebensgrundlagen, besser zu schützen:

a. Welchen Raum nehmen Fragen der nachhaltigen Entwicklung in Ihrer Politik ein?

b. Sehen Sie die Notwendigkeit, noch mehr für den Schutz von Klima und Umwelt zu unternehmen?

c. Wie sollte Ihrer Ansicht nach die Energiewende gemeistert werden? Ist die überhaupt notwendig?

Hier der komplette Fragenkatalog („Wahlprüfsteine“) als PDF zum Download.

Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei den Fachverbänden sind:

Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo):
PD Dr. Klaus-Dieter Grevel, Schriftführer, Tel.: 030-209398986; E-Mail: info@dvgeo.org

Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV):
Thomas Vogt, Pressesprecher, Tel.: 030-83875657, E-Mail: medienbuero@mathematik.de

Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG):
Gerhard Samulat, Pressestelle, Tel.: 02224-923233, E-Mail: samulat@dpg-physik.de

Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh):
Dr. Karin J. Schmitz, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 069-7917493, E-Mail: k.schmitz@gdch.de

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO):
Dr. Kerstin Elbing, Ressort Wissenschaft & Gesellschaft, Tel.: 030-27891916, E-Mail: elbing@vbio.de

 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Physik
  • Biomedizin
  • Mathematik
  • Chemie

 



 
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