Nanotechnologie
Mit dem Fahrstuhl in die Nanowelt
Ausstellung „Nano! Nutzen und Visionen einer neuen Technologie“ in Dortmund zeigt noch bis zum 9. Oktober 2011 Einblicke in Forschung und Technik. Es können Naturphänomene bestaunt werden, die auf Nanoeffekten beruhen: Lotusblätter mit selbstreinigenden Eigenschaften oder lebende Geckos, die sogar an glatten Glasflächen senkrecht hochlaufen können. Im Anschluss geht es dann mit einem imaginären Fahrstuhl hinab in die Nanodimension sowie zu den Grundlagen und Anwendungsbereichen.
Hier findet sich auch das Exponat „Vom Molekül zum Bauteil – druckbare
Elektronik“, das gemeinsam vom Exzellenzcluster Engineering of Advanced
Materials (EAM) und dem Graduiertenkolleg Disperse Systeme für
Elektronikanwendungen der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg entwickelt wurde. Dieses Ausstellungsstück zeigt die
Prozesskette von der Synthese der Nanopartikel über ihre Veredelung und
Verarbeitung bis hin zu den Anwendungen als Leuchtdisplay, Solarzelle
oder Sensor auf.
Ausgangsstoffe sind leitende oder halbleitende Nanopartikel, die durch
chemische Syntheserouten hergestellt werden: etwa Silber (Ag),
Indiumzinnoxid (ITO) oder Zinkoxid (ZnO). Der Aufbau der Partikel kann
mit hochmodernen transmissionselektronenmikroskopischen Techniken
sichtbar gemacht werden.
Durch Steuerung von Größe, Form und innerer Struktur der Teilchen und
Beschichtung der Oberflächen erhalten die Partikel maßgeschneiderte
Eigenschaften bezüglich Farbe, elektrischer Leitfähigkeit und
Oberflächeneigenschaften. Die Besucher können mit einem Messfühler
feststellen, dass durchsichtige ITO-Schichten, die aus Partikeln mit
unterschiedlicher Wärmebehandlung zur Beeinflussung der elektronischen
Struktur hergestellt wurden, unterschiedliche Leitfähigkeit und
Widerstand aufweisen. Oder sie können durch Schütteln von kleinen
Fläschchen mit Partikeln in Flüssigkeit das Verhalten von stabilen und
instabilen Dispersionen vergleichen. Nur bei den stabilen Dispersionen
bleiben die Partikel fein verteilt und setzen sich nicht nach kurzer
Zeit am Boden ab. Sie sind Voraussetzung für optimale Druck- und
Beschichtungsergebnisse, da bei ihnen ein Zusammenkleben einzelner
Partikel verhindert wird. Dies geschieht durch Moleküle, die über
chemische Bindungen auf die Teilchen als „Abstandshalter“ aufgebracht
werden.
Die maßgeschneiderten Partikel werden dann in Lösungen eingearbeitet und
so als flüssige Tinten mit Standardverfahren kostengünstig in
Großserien auf transparente Folien aufgedruckt. Das Resultat sind dünne,
durchsichtige und flexible Strukturen mit elektronischen Eigenschaften,
wie sie ohne Nanotechnologie nicht möglich wären.
Als Endprodukte sind ein Leuchtdisplay sowie Sensoren zu sehen, die auf
flexible Polymerfolie aufgedruckt wurden. Auch eine flexible Solarzelle
ist ausgestellt, die auf Taschen sowie Sonnenschirmen zur dezentralen
Energiegewinnung genutzt werden kann, etwa um zukünftig Handy oder
Laptop aufzuladen.
Dünn, leicht, flexibel und kostengünstig wird die gedruckte Elektronik
in naher Zukunft zu einem Massenmarkt wachsen und alle Branchen der
Wirtschaft beeinflussen.
Information zum Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials:
http://www.eam.uni-erlangen.de
Information über das Graduiertenkolleg:
http://www.druckbare-elektronik.techfak.uni-erlangen.de
(Redaktion)
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Tags:- Nanotechnik
- Naturphänomen
- Nanoeffekt
- Nanodimension
- Grundlagen

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