Zukunft Personal 2011
Migrantinnen - Stille Reserve im Fachkräftemangel
Hoher Qualifikation zum Trotz drücken Frauen in punkto Führungspositionen derzeit noch eher die Reservebank – vor allem, wenn sie ursprünglich aus einem anderen Land stammen. Doch im Kampf um Fach- und Führungskräfte bieten gerade Frauen mit Migrationshintergrund ein großes Potenzial, meint Prof. Dr. Swetlana Franken. Die Professorin von der Fachhochschule Bielefeld untermauert diese These am Donnerstag, 22. September, auf der Messe Zukunft Personal in Köln.
„10 Prozent der qualifizierten Akademiker
mit Migrationshintergrund sind in Deutschland arbeitslos“, so Prof. Dr.
Swetlana Franken. „Noch mehr werden in Teilzeitjobs oder unter ihrer
Qualifikation eingesetzt.“ Da allein in MINT-Berufen aktuell 170.000
Arbeitsplätze nicht besetzt seien, vergebe die deutsche Wirtschaft auf
diese Weise eine enorme Chance: Insbesondere Migranten verfügten über
gesuchte Abschlüsse als Ingenieure, IT-Spezialisten oder Maschinenbauer.
Dennoch arbeiteten sie häufig als Taxifahrer oder Verkäufer.
Frauen mit Migrationshintergrund seien besonders hart davon
betroffen. „Sie sind doppelt diskriminiert – als Frau und als
Migrantin“, sagt die Professorin. Deshalb wählten sie oft den Weg in die
Selbstständigkeit. Dabei könnten gerade Unternehmen von ihren
Kompetenzen profitieren.
Doppelt so gut sein wie Deutsche
Menschen mit Migrationshintergrund und unter ihnen vor allem die
Frauen verfügten oft über besondere Sprachkompetenzen – auch in
Sprachen, die in Deutschland kaum gelehrt würden, obwohl sie inzwischen
viele Unternehmen für Verhandlungen und internationale Aktivitäten
benötigten – so etwa Arabisch, Russisch, osteuropäische Sprachen oder
Chinesisch.
„Darüber hinaus sind Migranten im Allgemeinen auch offener und
sensibler und finden sich nicht nur in ihrer Mutterkultur bestens
zurecht“, hat Franken in ihren Untersuchungen ermittelt. Da sie es
gewohnt seien, sich in andere Kulturen einzuleben, eigneten sie sich
besser für internationale Einsätze als viele Deutsche. Gerade Migranten
seien zudem sehr pflichtbewusst, leistungsorientiert, motiviert,
ehrgeizig, zielstrebig und fleißig – nach dem Motto, „Wir müssen doppelt
so gut sein wie Deutsche, um voranzukommen“.
Ihre Erwartungen an den Beruf ähnelten grundsätzlich sehr den
Vorstellungen von deutschen Frauen. Allerdings erklärten sich
Migrantinnen seltener bereit, auf Familie und Kinder zu verzichten. „Für
sie ist der Wert der Familie noch viel wichtiger als für die deutschen
Frauen“, so Franken.
Wie Unternehmen Migrantinnen fördern können
In der Praxis könnten Unternehmen viele Fehler machen, wenn sie
diese Zielgruppe näher ins Visier nehmen. Schon die Frage, ob
Organisationen eigens Instrumente entwickeln sollten, um Frauen mit
Migrationshintergrund zu fördern, sei nicht leicht zu beantworten. Denn
dabei bestehe die Gefahr, den Migrantinnen mit Vorurteilen und
Stereotypen gegenüberzutreten.
Worauf es also ankommt, wenn Betriebe die Potenziale von Frauen
und Migranten besser nutzen wollen, erläutert Swetlana Franken in ihrem
Vortrag auf der Messe Zukunft Personal. Anhand ihrer Forschungen
skizziert die Referentin soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
optimale Einsatzfelder, begleitende Maßnahmen, Beispiele und
wirtschaftliche Effekte.
Vortrag von Prof. Dr. Swetlana Franken:
„Intelligenz der Vielfalt: Potenziale von Frauen und Migranten in Unternehmen nutzen“
Donnerstag, 22. September 2011
14.30 –15.10 Uhr, Forum 6, Halle 2.1, Koelnmesse
Über Prof. Dr. Swetlana Franken
Swetlana Franken kam 1997 von Nishnij Nowgorod (Russland) nach
Deutschland und lehrte zunächst als Lehrbeauftragte für
Wirtschaftswissenschaften an der FH Köln. Sie berät internationale
Firmen in punkto Unternehmensführung, Innovationsmanagement und
interkulturelle Kommunikation. Seit März 2008 ist Swetlana Franken als
Professorin für BWL und Personalmanagement an der FH Bielefeld tätig.
Ihre aktuellen Forschungsaktivitäten haben eine interdisziplinäre
Ausrichtung und verbinden die Problematik der Wissensarbeit in
Unternehmen mit den Themen Diversity und Interkulturelles Management.
Darüber hinaus ist Swetlana Franken Autorin von zahlreichen Büchern und
Fachpublikationen.
Das Vortragsprogramm und weitere Informationen zur Messe Zukunft Personal sind unter www.zukunft-personal.de erhältlich.
(Redaktion)
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Tags:- Migrantinnen
- MINT
- Potenzial
- Führungskräfte
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- Nur Mut
Danke Frau Meuselbach es ist gut Wahrheiten auszusprechen und nun wuensche ich allen Mitstreiterinnen viel Mut und einen langen Atem - Unweiblich und ekelig (ich habe ja sooooooooooooooolche angs
Frauen hört bitte nicht auf weiblich zu werden, wie diese Autorin empfiehlt.... - Gender Equity??
"Oder haben wir es nicht verstanden, die Männer mit ins Boot zu nehmen, wenn das Thema "Frauen in Führungspositionen" auf... - Pseudowissenschaft
Ich bin dafür, solche Meldungen nicht mehr zu veröffentlichen, wenn die Details nicht kontrolliert werden können. Link... - Selten so eine fragwürdige Arbeit gesehen
Diese Studie enthält offensichtlich haarsträubende Ungereimtheiten und Denkfehler. 1. Die...



