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 10.10.2010  

Frauen im Management
Wer führt in (die) Zukunft? – Frauen ins Management!

Die Schweizer Sängerin Sophie Hunger sagt von sich: "Ich bin in der Lage, mich so zu überschätzen, dass ich die Kraft habe, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht kann." Mit diesem Zitat der erfolgreichen Folk-, Jazz- und Rock-Ikone verabschiedete Professor. Dr. Sonja Bischoff die TeilnehmerInnen der Konferenz zum Thema "Frauen ins Management!" bei der DGFP, Düsseldorf. Die Professorin für Strategische Unternehmensführung an der Uni Hamburg moderierte die Veranstaltung.

Was kann ein Unternehmen tun, um den Frauenanteil im Management zu erhöhen? Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) hatte erfahrene Referentinnen aus der Wirtschaft eingeladen, die mit ganz unterschiedlichen Lösungswegen die breite Palette zielgerichteter Personalentwicklungs-Bausteine unter Beweis stellten. Ursula Schwarzenbart, Director Global Diversity Office, berichtete über den kulturellen Veränderungsprozess im Rahmen von Diversity und Inclusion bei der Daimler AG. Beate Mini, Managerin Employer Branding & Recruitment, über praktizierte Chancengleichheit bei der IKEA Deutschland GmbH. Sandra Clemens, Ausbilderin bei der Stadtsparkasse Düsseldorf, über Cross-Mentoring zur Förderung weiblicher Führungskräfte. Martina Brokbals, Leiterin Abteilungsübergreifende Grundsatzthemen bei der BARMER GEK, über quotierte Gleichstellungspläne und Managementtrainings für Potenzialträgerinnen.

Mittelmanagement im Visier der Studie

Den Grundstein für die Konferenz legte Sonja Bischoff mit den Ergebnissen ihrer druckfrischen 5. Studie: "Wer führt in (die) Zukunft? Männer und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland." In allen ihren Studien über einen Zeitraum von 22 Jahren geht es um die Frage, wie sich Arbeitssituation, Karriereverlauf, familiäres Umfeld sowie Einstellungen von Männern und Frauen im Management, u.a. differenziert nach Branchen, Unternehmensgröße, Hierarchie, darstellen und verändert haben. Ihr besonderer Verdienst ist, dass sie Führungspositionen des Mittelmanagements, die nach einer Zufallsstichprobe aus Hoppenstedt-Dateien gezogen wurden, unter die Lupe nimmt. Und das ist gut so, denn die in den Medien gebetsmühlenartig zitierte Unterrepräsentation von Frauen in DAX-Vorständen und -Aufsichtsräten wird der Situation von Frauen in Führungspositionen nur tangential gerecht.

Vorurteile als Karrierehindernis

Menschen ändern sich nicht so schnell, konstatierte Sonja Bischoff. Als gravierendes Karrierehindernis sehen Frauen immer noch die Vorurteile gegenüber ihrem Geschlecht und nicht die häufig diskutierte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Erfreuliche Entwicklung ist, dass Qualifikation und Leistung der Frauen zunehmend anerkannt wird. Überdurchschnittlich hohe Frauenanteile in Führungspositionen sind im Dienstleistungssektor (46 Prozent) und in kleinen Unternehmen mit weniger als 50 Mio. Umsatz (59 Prozent) zu finden. Vergleichsweise sind es im Handel nur 15 und in der Industrie 30 Prozent. Generell zeigt sich, dass der Anteil an Managementposten zunimmt, wenn Frauen "an ihrem Unternehmen beteiligt sind und/oder zur Eigentümerfamilie gehören, Linienpositionen bekleiden bzw. der ersten Führungsebene angehören. Das bestätigt die Annahme, dass mit jeder Führungsfrau die Chance auf weitere Kolleginnen wächst. Als Trend zeichnet sich ab, dass der Anteil studierter Führungskräfte zunimmt. Ein Studium zahlt sich also aus. Auffällig ist allerdings, dass auf der 3. Ebene und darunter 81 Prozent der Frauen mit Leitungsposition ein Studium absolviert haben während es bei den Männern nur 33 Prozent sind. Muss Frau also immer noch qualifizierter sein?


 

(Karin Bäck Chefredakteurin)

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