Ruhr-Universität Bochum
Antifeministische Männerrechtsbewegung
Die Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung sogenannter Männerrechtler hat der Bochumer Sozialwissenschaftler Hinrich Rosenbrock im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erforscht. Mit Hasssprache und -propaganda („Hate Speech“) geht die antifeministische Männerrechtsbewegung gegen Gleichstellung von Frauen, Emanzipation und Feminismus vor.
Die meisten Männer teilen die überkommenen Bilder von Männlichkeit nicht. „Da die Antifeministen jedoch Männer, die ihren Vorstellungen nicht entsprechen, ausgrenzen, sind sie zu großen Teilen nicht nur frauen-, sondern auch männerfeindlich“, lautet ein zentrales Ergebnis der Studie.
Im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung entstand sie an der Fakultät für
Sozialwissenschaft der RUB (Prof. Dr. Ilse Lenz, Soziologie / Soziale
Ungleichheit und Geschlecht). Die Expertise ist soeben online erschienen
und wird am 28. Januar als Buch veröffentlicht.
„Gleichheit“ nur für Männer und Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus
Im Mittelpunkt steht die antifeministische Männerrechtsbewegung. Das
sind „Männerrechtler“, die sich gegen Frauen- und
Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming und Feminismus wenden. In
ihren Blogs und Online-Debatten stellen sie Männer oftmals als Opfer von
Frauen- und Gleichstellungspolitik und des Feminismus dar, über
Frauenförderung wird geklagt. Autor Hinrich Rosenbrock nennt die Ziele
der Antifeministen: "Es geht den Akteuren – und das sind nicht nur
Männer – um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte
und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen.
Dies gipfelt teilweise in Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus
und auch gegen einzelne feministische Personen."
Dem Rechtspopulismus in die Hände gespielt
Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, stellt die
Expertise in den Zusammenhang mit der Ende 2011 veröffentlichten
Langzeitstudie "Deutsche Zustände" des Soziologen Wilhelm Heitmeyer:
„Wir müssen damit rechnen, dass sich rechtsextreme Haltungen und eine
'Ideologie der Ungleichwertigkeit' weiter ausbreiten. Das bedroht die
demokratische Basis und spielt vor allem dem Rechtspopulismus in die
Hände. Ein Grund ist eine wachsende sozioökonomische Verunsicherung, die
auch traditionelle Männlichkeitsbilder reanimiert. Hier sind Aufklärung
und Information unabdingbar. Unsere Expertise soll dazu beitragen."
Vorstellung und Diskussion in Köln
Am Freitag, 3. Februar wird die Expertise öffentlich vorgestellt und
diskutiert. Die Veranstaltung findet von 16 bis 19 Uhr im Bezirksrathaus
Köln-Mühlheim, Wiener Platz 2a (Erdgeschoss, VHS-Saal) statt, um
vorherige Anmeldung wird gebeten.
Titelaufnahme
Die antifeministische Männerrechtsbewegung: Denkweisen, Netzwerke und
Online-Mobilisierung. Eine Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung von
Hinrich Rosenbrock. Band 8 der Schriften des Gunda-Werner-Instituts.
Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung 2012, 174 Seiten, ISBN:
978-3-86928-073-8
Angeklickt
Die Expertise als PDF zum Download und ein Interview mit Hinrich Rosenbrock finden Sie hier:
http://www.boell.de/publikationen/publikationen-antifeministische-maennerrechtsb...
(Redaktion)
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Tags:- Männerrrechtsbewegung
- Antifeminismus

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