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 20.05.2010  

Training
Kreativität kann man lernen

Kreativität ist ein wesentlicher Schlüssel zu persönlichem und beruflichem Erfolg. Denn nur wer mit neuen Ideen und innovativen Lösungsansätzen bereit ist, über eingefahren Muster hinwegzugehen, kann auch neue Ziele erreichen. Und Ziele erreichen bedeutet: Erfolg haben und Stärke zeigen.

Jeder möchte kreativ sein, denn das macht Spaß und gestaltet das Leben bunter und interessanter. Aber ich möchte wetten, dass es viele Menschen gibt, die denken, Kreativität habe etwas mit Freizeit und weniger mit knallhart kalkuliertem Business zu tun. Denn irgendwie schwingt doch auch ein bisschen Chaos mit, wenn man an kreative Welten denkt. Etwas, was nicht gradlinig verläuft und auch schon mal übers Ziel hinaus schießt. Und mal ehrlich: so ganz genau weiß man oft auch nicht, was gemeint ist, wenn von Kreativität die Rede ist.

Setzen wir es mal als bekannt  voraus, dass Kreativität vom lateinischen creare kommt (etwas neu schöpfen, etwas herstellen), dann gibt es für diesen Begriff jede Menge unterschiedlicher Interpretationsansätze. Historisch gesehen hat man sich zunächst der Vorstellung vom genialisch schöpfenden Künstler hingegeben. Interessanterweise hat man den Begriff "creativity" zum allerersten Mal 1918 benutzt, als man bei einem IQ-Test für amerikanische Rekruten aufgrund verwirrender Ergebnisse (50 Prozent war angeblich unterdurchschnittlich begabt) neue Parameter für die Befragung aussuchte und "creativity" zu den skills gehörte, die man von nun an auch messen wollte. 

Vor allem seit in den letzten Jahren die Gehirnforschung enorme Fortschritte gemacht hat, gibt es neue Erkenntnisse über die Prozesse des kreativen Denkens und man stellt immer höhrere Erwartungen an diesen Begriff, der im wesentlichen mit Begabung, Motivation, Persönlichkeit und der Umgebung zusammenzuhängen scheint. Hatte man Kreativität zunächst nur als Begabung besonderer Menschen gesehen, so gibt es mittlerweile viele Theorien, die besagen, dass sie zur Grundbedingung menschlichen Daseins gehört. Betrachtet man die klassische Phase kreativer Prozesse, so stellt man fest, dass es nicht unähnlich dem Spiel beim Kinde von statten geht. Versunkentheit in der Inkubationsphase und dann die Inspiration, die Erleuchtung. Der kreative Funke springt über. Gerade díe Hirnforschung hat dazu beigetragen, dass man Kreativität nicht mehr allein mit dem divergenten Denken gleichsetzt. Sondern das zunehmend auch die zeichnerisch-bildhafte Produktion zu kreativen Prozessen verhelfen kann. Der Kölner Professor Rüppell hatte seinerzeit für die Diagnose außergewöhnlichen Erfindungsgeistes fünf Bedingungen festgelegt, die zwar für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich gelten sollten, m.E. allerdings auch sehr gut übertragbar auf allgemeine Kreativitätsprozesse angenommen werden können:

1. Sensitivität für Analogien
2. Selektive Elaboration
3. Koordinationskapazität
4. Sturkturierungsflexibilität
5. Synergetisches Denken.

In einem Artikel auf sueddeutsche.de erfuhr man, dass Kreativität harte Arbeit sei. Geschenkt! Allerdings möchte ich der dort aufgestellte Behauptung, man könne im Grunde Kreativität nicht lernen, an dieser Stelle vehement widersprechen. Sicher fällt es nicht jedem gleich leicht, den kreativen Funken zu entfachen. Aber aus der Nähe betrachtet ist dies ein immer ähnlicher Ablauf an Ideensammlung und Analogiebildungen. Und diese kann man sehr wohl trainieren. Je öfter, desto besser. Eine ganz hervorragende Möglichkeit, kreatives Denken zu trainieren ist das kreative Schreiben. Durch verschiedene vorgegebene Muster, die man zu füllen lernt, füllt man auch seinen Thinktank. Ob sie abcedarien füllen oder sogenannte KaWa (Analoggraffitti zu Wort-Assoziationen) gestalten - je öfter, desto besser.  Auch das laterale Denken ist dazu angetan, die schnellen Schüsse ins Gehirn zu befeuern. Besonders unterhaltsam ist ein Training mit den sog. black stories, einem Spiel, bei dem Kombinationsgeist mit geschickten Fragetechniken in kleinen Krimistories zum Tragen kommt. Ganz entscheidend ist jedoch das Bilden von Analogien für einen kreativen Prozess. Das funktioniert sprachlich genauso wie bildlich. Und je öfter man z.B. Bilder mit Sprichwörtern assoziiert oder Begriffe hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten zu einander sortiert, desto schneller wird man darin. Und das Geheimnis des kreativen Funkens kann jederzeit über eine Gedankenkette in Gang gesetzt werden.

Hammer: Zange = Apfel: ?

a) Birne b) Gurke c) Korb d) Baum e) Ast

Wer möchte lösen?

 

(Anke von Heyl)

  • Tags:
  • Kreativität
  • Denkprozess
  • IQ-Test
  • Gehirnforschung
  • Skills
  • Erfolg

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © kreative Bilderfindung

 

 

2 Kommentare »

24.05.10 13:37 Uhr
krabbe
Interessant. Und wo kann man Kreativität lernen?
24.05.10 15:14 Uhr
Kulturtussi
Kreativwochenende
Hallo Krabbe,

zum Beispiel bei einem Kreativwochenende im faszinierenden Künstlerhotel artgenossen. Und zwar auf den Spuren von Frida Kahlo. Ein ganzes Wochenende Kreativität, dazu die Rundumversorgung durch die Frischeküche der artgenossen und auch noch die Unterbringung in den Künstlerzimmern. Als I-Tüpfelchen gibt es ein gemeinsames Kochen nach Frida Kahlos Rezepten in der alten Schulküche der artgenossen.
Klingt doch super, oder?
Weitere Infos: www.kultureventbuero.de/frida-kahlo
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