Heinrich-Heine-Journalismuspreis
Der Nachwuchs im Journalismus ist weiblich
Vier Studierende der Universität Düsseldorf sind für ihre Arbeiten zur Journalismusforschung mit dem erstmals verliehenen Heinrich-Heine-Journalismuspreis ausgezeichnet worden. Drei von ihnen sind Frauen.
Julie Edelmann-Veith ist Gründungsmitglied des Career-Women in Motion e.V. und geschäftsführende Inhaberin der EDELMANN-VEITH public relations. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Beratungsleistungen mit Fokus auf Kommunikation, Change Management und Coaching von Führungskräften.
Friederike von Vincke (Köln), Shoshana Schnippenkoetter und Philipp Henn (beide Düsseldorf) sowie Rebekka Merholz aus Solingen nahmen die Auszeichnung am 30. Januar 2012 im Rahmen der Examensfeier der Philosophischen Fakultät in Düsseldorf entgegen.
Grundlage für Qualitätsjournalismus
Ausgelobt wird der mit 1.000 Euro dotierte Preis vom Verein Düsseldorfer Journalisten (VDJ) in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität. Er wird jährlich im Wechsel an Studierende des Sozialwissenschaftlichen Instituts und an Journalisten bis 35 Jahre vergeben. „Wir wollen herausragende Arbeiten des Nachwuchses in Wissenschaft und journalistischer Praxis öffentlich würdigen und damit Impulse für den Qualitätsjournalismus aussenden“, erläutert der VDJ-Vorsitzende Christof Rose.
Forschung zu Medienberichterstattung und Berufsrolle
Der Preis für die beste Master-Studienarbeit ging an das Team Schnippenkoetter (25), von Vincke (26) und Henn (25). In ihrer Forschungsarbeit zur Massenkommunikation beschäftigen sie sich mit dem sogenannten „Hostile-Media-Effekt“. Dieser Effekt beschreibt das Phänomen, dass Leser/Hörer/Zuschauer die Medien-Berichterstattung über strittige Themen wie z.B. Windkraftanlagen - unabhängig von der tatsächlichen Ausgewogenheit - als einseitig und verzerrt wahrnehmen, und zwar immer zugunsten der jeweils konträren Meinung.

Die Preisträger des Heinrich-Heine-Journalismuspreis: Rebekka Merholz, Philipp Henn, Friederike von Vincke, Shoshana Schnippenkoetter (v.l.n.r)
Rebekka Merholz (25) wurde für ihre Bachelor-Arbeit mit dem Titel „Wachhund oder neutraler Vermittler. In welcher Berufsrolle sehen sich Nachwuchsjournalisten?“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte die methodisch saubere und beeindruckend umfangreiche Befragung von mehr als 300 jungen Leuten an den deutschen Journalistenschulen. Aus den profunden empirischen Befunden lassen sich Konsequenzen für Ausbildung, Motivation und Organisation von Nachwuchsjournalisten ableiten.
Berufsziele
Shoshana Schnippenkoetter und Friederike von Vincke wollen nach ihrem Masterabschluss auf die andere Seite des Journalistenschreibtischs wechseln, nämlich in die PR auf Unternehmensseite. Rebekka Merholz, die neben ihrem Studium ein Volontariat bei Radio Wuppertal absolviert, hat erkannt, dass die elektronischen Medien ihre Berufung sind. Sie will beruflich dem Radio oder Fernsehen treu bleiben. Der einzige Mann im Bunde, Philipp Henn, bleibt an der Uni, um dort eine akademische Laufbahn einzuschlagen.
2012 Auslobung für junge Journalisten: Turnusgemäß wendet sich die Ausschreibung in diesem Jahr an freie oder festangestellte Journalisten (m/w) bis 35 Jahre, die einen Bezug zu Düsseldorf haben. Die Ausschreibung des Heinrich-Heine-Journalismus-Preises mit allen Wettbewerbsbedingungen sowie Kurzfassungen der ausgezeichneten Arbeiten finden sich auf der Internet-Seite des VDJ www.djv-duesseldorf.de.
Die Jury besteht aus folgenden Mitgliedern: Dr. Willi Keinhorst, Redaktionsleiter der Welt am Sonntag NRW (Vorsitzender), Dipl.-Journalist Christof Rose, VDJ-Vorsitzender, Ursula Posny, Journalistin und VDJ-Vorstandsmitglied, Prof. Joseph Anton Kruse, Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft Düsseldorf, Junior-Professor Dr. Carsten Wünsch, Institut für Sozialwissenschaften der Heinrich-Heine-Universität.
Frauen im Journalismus: Journalismus war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts eine rein männliche Domäne. Noch in den 1970er-Jahren waren rund 85 Prozent der Redakteure Männer. In seiner repräsentativen Befragung im Jahr 2005 ermittelte Siegfried Weischenberg, dass 37 Prozent der hauptberuflichen Journalisten Frauen waren. Allerdings war nur jede fünfte Chefredaktion mit einer Frau besetzt. Heute liegt der Anteil der Frauen je nach Medium bei rund 50 Prozent, mit rasch ansteigender Tendenz. Im Studiengang Medien- und Kommunikations-wissenschaften der Uni Düsseldorf – an dem auch die Preisträger des Heinrich-Heine-Journalismuspreis eingeschrieben sind - lag der Anteil der eingeschriebenen weiblichen Studenten im Wintersemester 2010/2011 schon bei über 73 Prozent.
Über EDELMANN-VEITH public relations
Julie Edelmann-Veith ist Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens, das sich auf Unternehmenskommunikation, Krisen-PR und Change Management sowie das Coaching von Führungskräften spezialisiert hat. Ehrenamtlich ist sie u.a. im Vorstand des VDJ engagiert, und gehört - gemeinsam mit dem Journalisten Jürgen Reker - dem Jurybeirat für den Heinrich-Heine-Journalismuspreis an. Infos unter www.edelmann-veith.de
(Julie Edelmann-Veith)
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