Drucken Versenden Kommentare   Teilen
 22.04.2011  

Frauenquote
Der Countdown läuft oder nicht?

Drei Wochen nach von der Leyens und Schröders Spitzengespräch mit den Personal-Verantwortlichen der Dax 30-Unternehmen tappt man immer noch im Dunkeln, an was die Verdreifachung von Frauen mit Führungspositionen von Frau Familienministerin gemessen wird. Präziser sind die Unternehmen, wenn sie von den Medien nach ihrer Einstellung zur Frauenquote gefragt werden – überwiegend ablehnend.


Siemens-Personalchefin Brigitte Ederer spricht sich gegen starre Vorgaben aus.  "Wir sind gegen eine gesetzliche Quote", sagte Ederer, die seit Mitte vergangenen Jahres die zweite Frau - neben Barbara Kux -  im Vorstand ist, der "Süddeutschen Zeitung". Sie möchte, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf allen Leitungsebenen zunimmt und nicht nur im Aufsichtrat und Vorstand.  "Eine heute 30-Jährige Frau hat nichts davon, wenn es eine Quote im Aufsichtsrat gibt." Siemens hat laut Handelsblatt 3800 offene Stellen und sucht vor allem weibliche oder männliche Absolventen der Ingenieurwissenschaften, Informatik oder Physik.

 Die meisten der DAX 30 –Unternehmen lehnt die Frauenquote laut einer Umfrage der Frankfurter Rundschau ab. Die designierte erste Frau im Vorstand des Chemiekonzerns BASF , Margret Suckale, hält nichts von einer staatlich verordneten Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen. Der Bergbaukonzern Kali+Salz bezeichnete sie als „nicht sachgerecht“. So hätte sich nur der Münchner Versicherungskonzern Allianz vorsichtig zustimmend zu einer gesetzlichen Frauenquote. „Eine Quote zur Förderung von Frauen ist durchaus ein gangbarer Weg“, teilte das Unternehmen mit. Allianz belohnt schon seit ein paar Jahren Geschäftsführer mit einer Prämie, wenn sie einen Führungsposten mit einer Frau besetzen.

 Bei der RWE AG, so berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf informierte Konzernkreise, solle der Frauenanteil in den ersten drei Führungsebenen bis zum Jahr 2018 verdoppelt werden. Ziel sei es, die Quote von 11 auf 22 Prozent zu erhöhen. Ein Konzernsprecher habe dies auf Anfrage bestätigt, schreibt das Blatt.

 Rahmenbedingungen statt Quotenziele

Die Metro Group will mit einem neuen Konzept zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie laut Rheinischer Post beitragen. U.a. soll die Kinderbetreuung und das Angebot flexibler Arbeitszeiten ausgebaut werden. In einem Interview der Lebensmittel Zeitung sagte  Dr. Claudia Schlossberger, Chief Human Resources Officer der Metro Group: "Die Diskussion um zukünftige Quotenziele lenkt ab von der Tatsache, dass wir die praktischen Rahmenbedingungen verändern müssen, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen. Wir arbeiten bereits seit geraumer Zeit daran – 18,6 Prozent unserer Führungspositionen werden bereits von Frauen wahrgenommen, womit wir über dem Durchschnitt der Dax-Unternehmen liegen. Und wir werden diesen Anteil noch signifikant steigern."


 
weiterlesen
  • Tags:
  • Frauenquote
  • Personal-Verantwortliche
  • Familienministerin
  • Unternehmen

 

 

Ihr Kommentar »


Ihr Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)
 


 
Suche
Bäck`s Blog
.


Letzter Beitrag: Schneewittchen und der Frauen-Karriere-Index

Alle Beiträge zu Trends aus Wirtschaft, Politik und Medien mit Fokus auf Frau und Karriere aus dem Blickwinkel von Chefredakteurin Karin Bäck.

Top Ten aus allen Rubriken
Neueste Beiträge im Bäck`s Blog
Neues auf Career-Women.org

Osterhase
copyright Fotolia

Genau so wünschen wir das unseren Besuchern, Osterhase!
 
Webhosting, Domains und VServer von Host Europe
Wissens- und Informationsportal für Karrierefrauen und Mentoren
© 2014 Career-Women in Motion e.V.  Alle Rechte vorbehalten.