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 04.05.2012  

Fraport AG
MentorinnenNetzwerk für MINT-Studentinnen

Seit November 2011 ist Claudia Briem in der Fraport AG für die strategische Ausrichtung des Diversity-Managements, für die konzeptionelle Weiterentwicklung sowie für die Beratung des Vorstands und der Geschäftsbereiche zuständig. Beim Recruiting von Fachkräften mit MINT-Abschluss nutzt Fraport u.a. das "MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaft und Technik".

Die Fraport AG beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 4.000 mit Migrationshintergrund. 21,2 Prozent der Führungskräfte, davon 3,2 Prozent auf Geschäftsführungsebene in der Aktiengesellschaft, sind weiblich. Im 20-köpfigen Aufsichtsrat der Fraport AG sitzen derzeit fünf Frauen, u.a. die scheidende  Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth. Der 4-köpfige Vorstand unter Vorsitz von Dr. Stefan Schulte ist dagegen noch in reiner Männerhand. Das könnte sich ändern, denn auf der Agenda der Aktiengesellschaft steht auch eine Verbesserung der Frauenquote im gehobenen Management.

 Die Fraport AG verfügt über Töchter und Beteiligungen rund um den Globus, u.a. im Senegal, in Ägypten, Indien, China, Peru, Russland und Saudi-Arabien. Für eine Kosmopolitin – Claudia Briem ist in Asien und Südamerika aufgewachsen - also ein idealer Arbeitgeber. Nach abgeschlossenem Jura-Studium in Bonn startete sie 2001 ihre berufliche Laufbahn bei der Fraport AG. Sie betreute zunächst in der Rechtsabteilung Auslandsprojekte in Peru, China und Indien und später in einer Tochtergesellschaft die Flughäfen Saudi Arabien und St. Petersburg in versicherungstechnischen Fragen.

 Career-Women.org: Die Fraport AG bietet HochschulabgängerInnen ein einjähriges, auf den Einsatz abgestimmtes Traineeprogramm an. Erreichen Sie damit auch Frauen mit MINT-Qualifikation?

 Claudia Briem: Ja, etwa zwei Drittel aller Trainees haben einen technisch-naturwissenschaftlichen Abschluss. Im letzten Programm lag der Anteil der jungen Frauen bei über 60 Prozent.

 Career-Women.org: Fraport ist seit 2003 Mitglied im "MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaft und Technik", das Studentinnen und Doktorandinnen ein Mentoring-Programm vermittelt. Wie viele Mentorinnen stellt Fraport?

 Claudia Briem: In dem Netzwerk sind über 1200 Mentorinnen. Von Fraport haben sich sieben Mentorinnen eingetragen. Für uns zählt das Engagement als Image- und Recruiting-Maßnahme.

Career-Women.org: Gibt es darüber hinaus Maßnahmen, Frauen mit MINT-Qualifikation für Fraport zu gewinnen?

Claudia Briem: Ja,wir sind u.a. auf der Messe women&work in Bonn, um dort speziell auch Absolventinnen naturwissenschaftlich-technischer Fächer zu erreichen.

 Career-Women.org: Der Anteil der Frauen auf den oberen Führungsebenen soll wie erhöht werden?

 Claudia Briem: Eine Erhöhung des Frauenanteils auf den oberen Führungsebenen erfolgt insbesondere durch Diversity Schulungen und Trainings, Einbindung in die Prozesse der Stellenbesetzungen und Festlegung von KPI’s (Leistungskennzahlen) zur Messung der Erfüllung der Zielsetzungen. Weiterhin bieten wir Schulungen für Frauen an, die sich bereits in Führungspositionen befinden und für Frauen, die noch keine Führungserfahrung haben, jedoch Interesse und das Potential dazu haben.

 Career-Women.org: Wie sieht es mit den Bewerberinnen in den technisch orientierten Ausbildungsberufen aus?

Claudia Briem: Zum Ausbildungsbeginn 2011 hatten wir 44 weibliche und 72 männliche Azubis. Davon 17 männliche und 35 weibliche bei den kaufmännischen Berufen sowie 9 weibliche und 55 männliche bei den technischen Berufen.

Career-Women.org: Macht sich der Fachkräftemangel im MINT-Bereich bei Fraport bemerkbar?

Claudia Briem: Im Allgemeinen macht sich der Fachkräftemangel im MINT-Bereich eher noch nicht bemerkbar.

Career-Women.org: Fraport setzt laut Nachhaltigkeitsbericht großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So gibt es bspw. eine Reihe von Vertragspartnern in der Kinderbetreuung. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  nutzen das Angebot?

 Claudia Briem: Im den Bereichen Kinderbetreuung und Eldercare (pflegebedürftige Angehörige) kooperiert die Fraport AG mit diversen Partnern. Die 17 Kinderkrippenplätze sind immer belegt, die adhoc-Kinderbetreuung Fluggi-Land (Öffnungszeit: von 6 Uhr bis 22Uhr) wird täglich von durchschnittlich 15 Kindern genutzt. Unsere Beratungsangebote und Veranstaltungen zum Thema Elternzeit, Kinderbetreuung, pflegebedürftige Angehörige usw. werden von durchschnittlich  350 – 400 Beschäftigte pro Jahr in Anspruch genommen.

 Career-Women.org: Wie sieht es mit flexiblen Arbeitszeiten und Wiedereinstieg von Frauen nach der Elternzeit aus?

 Claudia Briem: Wir bieten eine breite Palette von Arbeitszeitmodellen für  alle Beschäftigten an. Aufgrund komplexer Schichtplansysteme im Flugbetrieb konnten wir gute Erfahrungen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sammeln. Durch die Möglichkeit des Teleworking und dem sich ständig entwickelnden Angebot an Krippenplätzen wird Frauen in  der Elternzeit ein früherer Wiedereinstieg ins Unternehmen ermöglicht.


 

(Karin Bäck Chefredakteurin)

  • Tags:
  • Diversity-Management
  • Fraport

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © privat

 

 

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