Universität Hamburg
ECOSS-Preis für Hamburger Physikerin
Für die Präsentation ihrer Forschungsarbeiten über eine neue Technik zum Abbilden und Manipulieren kleinster Nano-Magnete wurde die Wissenschaftlerin Anika Schlenhoff von der Universität Hamburg auf der 29. European Conference on Surface Science (ECOSS) in Edinburgh mit dem ECOSS-Preis 2012 ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden herausragende Arbeiten von Doktoranden auf dem Gebiet der Oberflächen- und Grenzflächenphysik geehrt.
Die European Conference on Surface Science ist mit ca. 800 Teilnehmern
eine der weltweit größten internationalen Fachtagungen auf dem Gebiet
der Oberflächen- und Grenzflächenforschung. Auf der jährlich
stattfindenden Konferenz wird der mit 1.500 € dotierte ECOSS-Preis für
den besten Beitrag eines Doktoranden aus Europa vergeben.
Dazu wurden von einem Preiskomitee aus einer Vielzahl von
internationalen Bewerbern, elf Finalisten ausgewählt, die ihre
Forschungsarbeiten auf der Konferenz einem Fachpublikum präsentierten
konnten. Anika Schlenhoff über¬zeugte die Jury dabei mit ihrem Vortrag
"Spin-transfer torque and Joule heating generated by spin-polarized
field-emitted electrons" und erhielt den ECOSS-Preis 2012. Damit ging
der renommierte ECOSS-Preis zum zweiten Mal hintereinander an ein
Mitglied aus der Forschergruppe von Prof. Roland Wiesendanger.
Anika Schlenhoff hat an der Universität Hamburg studiert und im Jahr
2008 in der Arbeitsgruppe von Prof. Roland Wiesendanger diplomiert.
Zurzeit schließt sie in derselben Forschungsgruppe gerade ihre Promotion
ab.
Mit Hilfe eines sogenannten "Spin-polarisierten
Rasterfeldemissionsmikroskop" forscht Frau Schlenhoff an völlig
neuartigen Speichertechnologien und positioniert dazu eine Magnetnadel
bei -230° Celsius über einem winzigen Magneten, der nur aus 50
Eisenatomen besteht. Durch das Anlegen eines elektrischen Feldes lösen
sich Elektronen aus der Nadelspitze, werden zum Magneten hin
beschleunigt und dringen schließlich in diesen ein. Die Hamburger
Forscherin konnte so nicht nur die Magnetisierung auslesen, sondern auch
gezielt hin- und herschalten. Der Abstand zwischen der Nadelspitze und
dem Magneten beträgt dabei einige Nanometer, was typischen
Schreib-Lesekopf-Abständen in heutigen Festplatten entspricht. Der
konventionelle Schreib-Lesekopf einer aktuellen Festplatte ließe sich
also theoretisch durch eine einfache magnetische Nadel ersetzen.
Hierdurch könnte eine gegenüber aktuellen Systemen zehntausendfach
höhere Datenspeicherkapazität erzielt werden.
Für Rückfragen:
Dipl.-Chem. Heiko Fuchs
Sonderforschungsbereich 668
Institut für Angewandte Physik
Universität Hamburg
Jungiusstr. 9a
20355 Hamburg
Tel: (0 40) / 42838 - 69 59
E-Mail: hfuchs@physnet.uni-hamburg.de
(Redaktion)
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Tags:- ECOSS-Preis
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Bild Nr. 1 © Heiko Fuchs

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