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 26.12.2010  

Ford Motor Company
Diversity Management mit Tradition

Diversity bedeutet bei Ford Vielfalt mit allen Unterschieden, die Individuen in das Arbeitsleben einbringen. Spezielle Fördermaßnahmen für Frauen widersprechen daher der Unternehmensstrategie, so die neue Diversity Managerin Brigitte Kasztan. Interview mit Career-Women.org.

Brigitte Kasztan, 51,  übernahm vor kurzem die Position der Diversity Managerin Ford Europa. Diversity gehört seit 1995 zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie der Ford Motor Company. Im gleichen Jahr wurde das "Global Diversity Council" gegründet, dem das gesamte globale Senior Management angehört. Brigitte Kasztan zählte bereits damals zu den Begründerinnen des deutschen Diversity Councils. Das Thema hat sie über ihre verschiedenen beruflichen Stationen hinweg nicht aus den Augen verloren.

 Ford of Europe beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. Gefertigt und montiert wird außer in Deutschland u.a. in Rumänien, Türkei, Spanien, Belgien, Großbritannien und Russland. In jedem dieser Länder gibt es unterschiedliche, gesellschaftlich und politisch geprägte Ausgangssituationen, was die besondere Herausforderung im Diversity Management ausmacht.

Career-Women.org: Welche Ziele haben Sie sich als Diversity Managerin Ford Europe gesetzt?

Brigitte Kasztan: Mein Ziel ist es, den ganzheitlichen Ansatz von Diversity bei Ford fortzuführen und weiter zu intensivieren. Es gibt einige Themen, die im Prinzip schon auf der Hand liegen, z.B. 50 Jahre Migration in Deutschland, die weitere Förderung von Frauen in einer technisch geprägten Unternehmensumgebung, die älter werdende Gesellschaft und somit auch unserer Belegschaft, um nur einige zu nennen. Darüber hinaus steht sicher auch die Umsetzung von Diversity in anderen Ländern an, für die das Thema noch relativ neu ist (z.B. Russland oder Rumänien) - dies finde ich sehr spannend.

Career-Women.org: Wird es spezielle Programme zur Förderung von aufstiegsorientierten Frauen geben?

Brigitte Kasztan: Ich verstehe diese Frage im Sinne von positiver Diskriminierung. Das widerspricht unserem Diversity Gedanken, wir wollen keine "Minderheitenförderung" innerhalb des Unternehmens betreiben, sondern jeder oder jedem die Chance bieten, sich mit seinen jeweiligen Besonderheiten einzubringen. Wir haben keine Programme, die speziell nur für Frauen aufgelegt sind. Karriereplanung, -förderung und -entwicklung wird bei uns in Personalentwicklungskommitees besprochen, die aus Vertreterinnen & Vertretern der jeweils höheren Ebene bestehen und von der Personalabteilung unterstützt werden. In diesen Gremien werden Vorschläge zur Förderung oder auch Beförderung sowohl von Mitarbeiterinnen als auch von Mitarbeitern besprochen und umgesetzt. Es gibt keine Quotenregelung, aber das Ziel, den Frauenanteil gerade in höheren Managementfunktionen zu steigern. Besonders unterstützen wir auch den Verbleib bzw. die frühzeitige Rückkehr von Müttern aus der Elternzeit, in dem wir einen Betriebskindergarten als Regel- oder Notfallbetreuung, verschiedene Teilzeitmodelle, Jobsharing oder Telearbeit anbieten.

 Career-Women.org: Wie sah Ihre eigene Karriereplanung aus?

Brigitte Kasztan: Planung ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort. Als ich vor knapp 20 Jahren bei Ford angefangen habe, mußte ich zunächst für mich selbst klären, wo mein Platz in einem solch großen Unternehmen sein kann. Vielleicht typisch für die Karriereplanung einer Frau habe ich immer nur auf den nächsten Schritt geschaut, d.h. eine Position bekommen, diese gut ausgeübt und gemerkt "ich kann noch mehr". Ich hatte das Glück, dass dies auch im Unternehmen erkannt wurde. Mein Einstieg innerhalb des Personalwesens war die zentrale Arbeitsplatzbewertung, danach war ich in verschiedenen Personal-Bereichen wie Managementbetreuung und Training tätig, zuletzt als Personalleiterin der Ford Bank und in einem Ford Joint Venture, Getrag Ford Transmissions.

Career-Women.org: Was empfehlen Sie Frauen, die frisch von der Uni/Hochschule kommen und ihre Möglichkeiten erst einmal ausloten wollen?

Brigitte Kasztan: In erster Linie würde ich Frauen empfehlen, sich in Netzwerken umzusehen, um möglichst viele konkrete Hinweise auf mögliche Karrierewege für Frauen zu erhalten. Grundsätzlich ist es auch wichtig, für sich zu entscheiden, ob ein Großunternehmen oder eher ein mittleres bis kleineres Unternehmen die richtige Wahl ist. In einem Großunternehmen hat man sicherlich das breitere Spektrum an unterschiedlichen Aufgaben, die aber in sich wesentlich spezialisierter sind. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus würde ich auch dazu raten, immer offen gegenüber sich bietenden Möglichkeiten zu sein. Wichtig ist es, auch in dem eigenen Unternehmen Netzwerke zu bilden.

Career-Women.org: Was brauchen Sie zur Erholung in Ihrer Freizeit?

Brigitte Kasztan: Das können verschiedene Dinge sein: ein schönes Essen mit guten Freunden, mit einem guten Buch auf dem Sofa lümmeln, ab in die Eifel zum Wandern, mal richtig ausschlafen oder, oder, oder...


 

(Karin Bäck Chefredakteurin)

  • Tags:
  • Diversity
  • Managerin
  • Frauen
  • Fördermaßnahmen

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Ford

 

 

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