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 04.08.2018  

ESMT
Karriere von Frauen scheitert nicht an mangelndem Selbstvertrauen

Der so genannte „Confidence Gap“, laut dem Frauen beruflich schlechter vorwärtskommen, weil sie nicht als selbstbewusst angesehen werden, ist ein Mythos, argumentiert Laura Guillén, Professorin für Organisationsverhalten an der ESMT Berlin.

Ihre jüngste Forschung zeigt, dass Frauen, die als selbstbewusst angesehen werden, nicht unbedingt Karriere machen. Für Frauen ist die Einflussnahme am Arbeitsplatz stattdessen enger mit ihrer Warmherzigkeit und Fürsorge verbunden als mit dem wahrgenommenen Selbstvertrauen.

Laura Guillén untersuchte mit Margarita May von der IE Business School und Natalia Karelaia von INSEAD leistungsstarke Mitarbeiter in einem von Männern dominierten Technologieunternehmen, das weltweit mehr als 4.000 Personen beschäftigt.

„Obwohl es keine sichtbaren Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie sich leistungsstarke Männer und Frauen bewerten, zeigten ihre Gründe für die Gewinnung von Einfluss im Unternehmen eine starke Geschlechterdisparität“, sagt Prof. Guillén. „Obwohl Männer, die als selbstbewusst angesehen wurden, eher vorankamen, zeigten unsere Untersuchungen, dass dies bei Frauen nicht der Fall war. Sie wurden stattdessen nach ihrer Warmherzigkeit beurteilt oder wie fürsorglich und sozial sie schienen.“

Laura Guillén erklärt: „Die populäre Botschaft, dass Frauen sich verändern müssen, um selbstbewusster zu wirken und damit erfolgreich zu sein, ist nicht nur falsch. Sie mindert auch die Geschlechtervielfalt der Belegschaft, indem sie ignoriert, dass die Verantwortung für die Pflege dieser Vielfalt beim Arbeitgeber liegt. Stattdessen weist sie Arbeitnehmerinnen die Pflicht zu, sich an männlichen Stereotypen zu orientieren.“

Die Forschung legt nahe, dass von Frauen erwartet wird, sich zusätzlich zu ihrer Arbeitsbelastung um andere zu kümmern. Gleichzeitig sind Männer an einen niedrigeren Standard von Leistungsindikatoren gebunden.

„Um voranzukommen, müssen sich Frauen um andere kümmern, während sich ihre männlichen Kollegen auf ihre eigenen Ziele konzentrieren“, erläutert Prof. Guillén. „Obwohl diese soziale Qualität in keiner Stellenbeschreibung aufgeführt ist, scheint sie der zentrale Leistungsindikator zu sein, gegen den erfolgreiche Frauen Zugang, Macht und Einfluss erhalten. Um dem entgegenzuwirken, sollten Personalabteilungen sicherstellen, dass Frauen und Männer im Einstellungsprozess und bei der Auswahl für Beförderungen nach den gleichen Kriterien bewertet werden. Leistungsbeurteilungen enthalten oft fast doppelt so viele Worte über die Wärme für Frauen wie für Männer. Diese unbewussten geschlechtsspezifischen Verzerrungen müssen bekämpft werden, damit Talente und Fähigkeiten in allen Organisationen gerecht belohnt werden, unabhängig vom Geschlecht.“


 Über die ESMT Berlin

Die ESMT Berlin ist eine internationale, forschungsorientierte Hochschule (Business School) mit Promotionsrecht, die von 25 führenden globalen Unternehmen und Verbänden gegründet wurde. Sie bietet englischsprachige Vollzeit- und berufsbegleitende Executive MBA-Studiengänge, einen Master in Management-Studiengang sowie Managementweiterbildung auf Englisch und Deutsch an. Die ESMT konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Leadership, Innovation und Analytics. Die Professoren der ESMT veröffentlichen in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften. Zusätzlich stellt unsere Hochschule eine interdisziplinäre Plattform für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dar. Der Hauptsitz befindet sich in Berlin mit einem zweiten Standort in Schloss Gracht bei Köln und einer Niederlassung in Schanghai, China. Die ESMT ist eine staatlich anerkannte, private wissenschaftliche Hochschule und ist von AACSB, AMBA, EQUIS und FIBAA akkreditiert. 

Die komplette Studie finden Sie hier: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/hrm.21857.  Für Interviewanfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.


 

(Redaktion)

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  • Confidence
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