Johannes Gutenberg-Universität
EU-Förderung für Mainzer Chemikerin
Univ.-Prof. Dr. Claudia Felser von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erhält eine Förderung des Europäischen Forschungsrates über 2,4 Millionen Euro, um ihre Forschungen über neue Materialien auf Basis von Heusler-Verbindungen voranzutreiben.
Claudia Felser leitet den Arbeitsbereich „Materialien für Optik-, Magnet- und Energietechnologien“ am Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie und ist Direktorin der Graduiertenschule MAINZ. Sie wird demnächst als Direktorin an das Max-Planck-Institut für
Chemische Physik fester Stoffe in Dresden wechseln, parallel dazu die
Professur in Mainz beibehalten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit der Entwicklung neuer zukunftsweisender Materialien mit besonderen
Eigenschaften und genießt einen international hervorragenden Ruf als
Expertin für Heusler-Verbindungen. Der Europäische Forschungsrat
(European Research Council – ERC) unterstützt die Fortsetzung und den
Ausbau ihrer Forschungsprojekte und gewährt einen ERC Advanced Grant,
die höchstdotierte Fördermaßnahme der EU, die an individuelle,
herausragende Forscher vergeben wird.
In ihrem Antrag „Design neuer Heusler-Verbindungen auf der atomaren
Skala“ unterbreitet Felser einen innovativen Vorschlag, um
intermetallische Verbindungen Atom für Atom herzustellen. Mit
theoretischen und experimentellen Methoden hat die Mainzer Chemikerin
bislang eine Reihe von Heusler-Verbindungen mit definierten
Eigenschaften entworfen, die für Zukunftstechnologien wie die
Thermoelektrika oder die Spintronik von Bedeutung sind.
Heusler-Materialien sind intermetallische Stoffe, die von Friedrich
Heusler Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden. Ihre einzelnen
Bestandteile sind nicht magnetisch, in einer Verbindung können sie sich
jedoch als Ferromagnet erweisen. Obwohl Heusler-Materialien schon lange
bekannt sind, scheint das Potenzial dieser aus über 1500 Verbindungen
bestehenden Gruppe noch lange nicht ausgeschöpft.
Claudia Felser wird mit Unterstützung durch den ERC Advanced Grant ein
virtuelles Labor für das Design neuer Materialien vom Heusler-Typ
aufbauen, mit Computerberechnungen genau definierte Eigenschaften
vorhersagen und diese Materialien mithilfe verschiedener
Dünnschichttechnologien synthetisieren. „Bei uns steht die
Computersimulation am Anfang, basierend hierauf stellen wir dann die
Verbindungen mit den gewünschten Eigenschaften, aber auch unter dem
Gesichtspunkt der Ressourcenverfügbarkeit her. Dünnschichttechniken
erlauben uns, nach dem Bausteinprinzip neue Verbindungen Atom für Atom
aufzubauen“, erklärt Prof. Dr. Claudia Felser.
Die Wissenschaftlerin ist seit 2003 Professorin an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz. Sie ist Sprecherin der DFG-Forschergruppe
„Neue Materialien mit hoher Spinpolarisation" und Direktorin der
Graduiertenschule Materials Science in Mainz (MAINZ). Die Schule wurde
in der Exzellenzinitiative im Jahr 2007 bewilligt und bewirbt sich
zurzeit mit einem Folgeantrag in der zweiten Phase des Wettbewerbs.
MAINZ besteht aus Arbeitsgruppen der Johannes Gutenberg-Universität
Mainz, der Technischen Universität Kaiserslautern und des
Max-Planck-Instituts für Polymerforschung. Claudia Felser hat über 210
Beiträge für Fachzeitschriften verfasst und für die Einrichtung eines
Schülerlabors an der Universität den Landesverdienstorden von
Rheinland-Pfalz erhalten.
ERC Advanced Grants werden an herausragende Wissenschaftler vergeben, um
Projekte durchzuführen, die aufgrund ihres innovativen Ansatzes als
hochriskant gelten, die dadurch aber erst neue Wege in dem jeweiligen
Forschungsfeld eröffnen. Die Förderung erhalten nur Forscher, die
bereits bedeutende Errungenschaften vorweisen können und die mindestens
seit zehn Jahren auf international höchstem Niveau erfolgreich
gearbeitet haben. Ausschlaggebend für die Förderung des ERC ist allein
die wissenschaftliche Exzellenz der Forschenden und ihres
Forschungsprojekts. Damit ist ein ERC Grant als individuelle
Auszeichnung zu verstehen.
Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Claudia Felser
Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-26266 oder 39-21284
Fax +49 6131 39-26267
E-Mail: felser-office@uni-mainz.de
http://www.superconductivity.de/
(Redaktion)
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Tags:- Chemikerin
- Materialien
- Heusler-Verbindungen
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