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 20.06.2012  

Frauenmuseum Bonn
Netzwerk „Frauenmuseen weltweit“

„The International Association of Women’s Museums” siedelt sich in Bonn an Gründung des internationalen Vereins der Frauenmuseen – Bettina Bab vom Frauenmuseum Bonn als Vorsitzende gewählt

In Alice Springs, mitten in der australischen Wüste, trafen sich vom 19. – 21. Mai 2012 Vertreterinnen zum vierten internationalen Kongress des Netzwerks „Frauenmuseen weltweit“. Der Kongressort – die National Pioneer‘s Women Hall of Fame – existiert seit 1995 und präsentiert die Geschichte australischer Pionierinnen.
Das Treffen in Alice Springs war ein Meilenstein, denn die Mitglieder hatten 2010 in Buenos Aires beschlossen, beim International Committee of Museums (ICOM), dem weltweit größten Museumsverband, eine eigene Sektion für Frauenmuseen zu beantragen, um die Sichtbarkeit und Akzeptanz der Frauenmuseen rund um den Globus zu stärken. Denn trotz ihrer nunmehr über 30jährigen Geschichte – 1981 wurde das erste Frauenmuseum in Bonn gegründet – kämpfen noch immer viele Einrichtungen um ihr finanzielles Überleben. Voraussetzung für eine eigene Sektion innerhalb der ICOM ist ein internationaler Verband mit eingetragenen Statuten. Dieser grundlegende Schritt wurde nun in Alice Springs vollzogen. Die Teilnehmerinnen verabschiedeten nicht nur eine Satzung und eine inhaltliche Resolution, sondern wählten auch einen sechsköpfigen Vorstand mit Mitgliedern aus verschiedenen Kontinenten. Bettina Bab vom Frauenmuseum Bonn wurde zur ersten Vorsitzenden der neuen Sektion gewählt.
 
Entsprechend wird der Sitz der „International Association of Women’s Museums” ebenfalls in Bonn angesiedelt. Gründungsvorsitzende Bettina Bab: „Der Austausch im Netzwerk bringt für alle Seiten Vorteile: Die länderübergreifenden Ausstellungen sind nicht nur für die Mitarbeiterinnen motivierend, sondern auch für das Publikum bereichernd. In Zukunft wird es weitere und engere Kooperationen geben. Mit Hilfe des neuen Vereins wird es auch eher möglich sein, finanzielle Förderung für einzelne Projekte zu beantragen. Ein erstes, wichtiges Anliegen ist für die Museumsfrauen, den Kolleginnen in Afrika und anderen Schwellenländern, die Teilnahme an einer internationalen Tagung zu ermöglichen.“ Der nächste Kongress soll im Herbst 2014 in Xian, China, stattfinden.

„Ich freue mich, dass die Interessen der Frauenmuseen auf der ganzen Welt nun von Bonn aus gesteuert und vertreten werden. Das ist eine Bestätigung für die Arbeit des Bonner Frauenmuseums und passt hervorragend zum internationalen Profil unserer Stadt“, sagt Martin Schumacher, Kulturdezernent der Stadt Bonn.

Geschichte des Netzwerks:
Das Netzwerk „Frauenmuseen weltweit“ wurde 2008 in Meran gegründet, um sich auszutauschen, gemeinsame Ausstellungsprojekte zu verwirklichen und Initiativen zur Neugründung von Frauenmuseen zu beraten. Weltweit existieren mehr als 50 Frauenmuseen und Initiativen. Über Ländergrenzen hinweg haben sie viele Gemeinsamkeiten: Fast alle gründeten sich als private Initiativen und entstanden aus einem Defizit, da Frauengeschichte und Frauenkultur in klassischen Museen nicht ausreichend dargestellt wurden.

Der nun neugegründete Verein hat im Prinzip dieselben Ziele wie viele Frauen- und Gendermuseen: die Sichtbarkeit von Frauengeschichte und Frauenkultur zu fördern und ein Bewusstsein für Frauenfragen zu schaffen, um einen Beitrag zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft zu leisten. Die Aktivitäten der einzelnen Museen werden auf der gemeinsamen Homepage www.womeninmuseum.net publik gemacht.

Viele Häuser zeigen nicht nur Sonderausstellungen, sondern organisieren Veranstaltungen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Einige Museen bieten darüber hinaus Kurse und Workshops an. Besonders die Frauenmuseen in Senegal und Gambia haben ein breites Angebot mit Alphabetisierungs- und Handwerkskursen, teilweise sogar zu Themen wie Familienplanung und Empfängnisverhütung.
Viele Frauenmuseen haben nach langem Kampf ein bis zwei feste Stellen erhalten, selten mehr. Das dänische Frauenmuseum in Aarhus ist eine Ausnahme in Europa, da es den Status eine nationalen Museums erhalten hat, was mit einem größeren Budget verbunden ist. Weltweit ist die Situation der beiden vietnamesischen Frauenmuseen einmalig, die vom Staat gegründet wurden und über ein Team von je 40 MitarbeiterInnen verfügen. Davon kann der Rest der Frauenmuseen nur träumen.

Dem neuen Verein geht  es daher auch darum, bei kommunalen und staatlichen Stellen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Frauenmuseen zu wecken und für deren fachliche Arbeit die notwendigen personellen und finanziellen Voraussetzungen bereit zu stellen.

Der Kreis der Frauenmuseen wird immer größer. Im Mai 2012  hat Elsa Ballauri in Albanien ein privates Frauenmuseum in ihrem Elternhaus eingerichtet. Da es in diesem Land insgesamt nur sehr wenige Museen gibt, stellt diese Eröffnung im doppelten Sinne eine kulturelle Erneuerung dar. In vielen Ländern gibt es Initiativen für eine Neugründung – sogar in einigen islamischen Staaten. Das mag erstaunen. Im Fall von Izmir in der Türkei ist es der Tatsache zu verdanken, dass eine Gruppe engagierter Frauen gemeinsam mit dem Bürgermeister der islamistischen Bewegung mit ihrer frauenfeindlichen Haltung etwas entgegen setzen will. Die iranische Frauenrechtlerin Mansoureh Shodjaiee plant ein iranisches Frauenmuseum. Der Austausch mit und die Solidarität von anderen Frauenmuseen ist für sie Motor auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Projekts.

Dr. Klaudia Nebelin Frauenmuseum Im Krausfeld 10 53111 Bonn
Tel: 0228 92894527 Fax: 0228 696164 Mobil: 0173 630 3608 klaudia.nebelin@frauenmuseum.de

 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Women's Museum
  • Bonn
  • international

 

 

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